Die Königin der Speisepilze – die Morchel

Morchel

Frühlingspilz:

Manche Gebiete im Weinviertel bieten optimale Bedingungen für die Morchel, die umgangssprachlich im Marchfeld teilweise auch „Mairaucher“ genannt wird. Die Morcheln sind Anfang Februar zu finden und ihre Lebenszeit dauert nur bis circa Anfang/Mitte Mai an, das kommt meist auf die Witterung an und kann demnach variieren. Der April ist die „prime-time“ und somit auch – erfahrungsgemäß – am lukrativsten für Morchelsammler. Die beste Witterung ist ein sanfter Übergang vom Winter in den Frühling, der ohne große Kälterückschläge vonstatten geht. Ungünstig hingegen ist ein sehr kalter Winter, auf welchen ein kaltes und trockenes Frühjahr folgt.

Die Morchel ist einer der wenigen Pilze, die lediglich im Frühjahr wachsen. Sie gehören zur Klasse der Schlauchpilze, dies hat damit zu tun, dass die Sporen in schlauchartigen Gebilde heranwachsen. Ein Querschnitt lässt erkennen, dass die Morchel innen hohl ist. Das macht sie unter anderem auch als Speisepilz interessant, da man ihn befüllen kann. Die Morchel zeichnet sich durch ihren wabenartigen und brüchigen Fruchtkörper aus und riecht interessant frisch.

beliebte Aufenthaltsorte

Möchte man Morcheln finden, sollte man Auenwälder, lichte Laubwälder mit Eschen, Erlen, Pappeln und Weiden, Fluss- und Bachufer, Waldränder und Hecken absuchen. Die besten Erfahrungen sammelte ich persönlich an lichten Waldrändern in der pannonischen Fauna und Flora im Marchfeld. Auch in Parks, an Wegböschungen und unter Obstbäumen lässt sie sich finden. Morcheln mögen Kalk und meiden saure Böden. Die Donauauen sind ganz beliebte Orte, um Morcheln zu suchen, sind jedoch auch ziemlich überrannt. Da empfehle ich es zeitlich aufzustehen und schon circa im März auf die erste Pirsch zu gehen. Im Weinviertel würde ich bei den Marchschlingen suchen, nach den oben erwähnten Bäumen Ausschau halten und abgelegene, verlassene Wälder durchstreifen. Es kann auch ein kleinerer Wald sein, Morcheln habe ich auch schon im Windschutzgürtel gefunden.
In der Größe weichen die Exemplare stark voneinander ab und sie sagt meist nichts über das Alter aus. Das Alter einer Morchel erkennt man an der Farbe des Fruchtkörpers. Es gibt Morcheln, die nach einigen Zentimetern Größe ausgewachsen sind, es gibt aber auch Einzelfälle, welche circa 40 Zentimeter hoch und über einen Kilogramm schwer waren.

Dem Neuling wird empfohlen eine entdeckte Morchel nicht gleich zu pflücken, sondern sie in Musse zu betrachten. Das Auge soll das Bild der Morchel in ihrer natürlichen Umgebung in Ruhe aufnehmen und den grauen Zellen zur Verarbeitung und Prägung übermitteln. Die Augen somit auf das Aussehen der Morchel konditionieren, um sich das Muster besser zu merken. Morcheln sind nämlich Künstler der Tarnung. Es wird außerdem davon ausgegangen, dass Morcheln in südöstlicher – südwestlicher Hanglage früher fruktifizieren. Ein Tipp: stark abschüssiges Gelände möglichst von unten nach oben absuchen.




Kulinarisches:

Achtung: Morcheln sind roh ungenießbar und gesundheitsschädigend und sollten immer gekocht werden. Sie können paniert oder gefüllt werden, sie können zu einer Suppe, für eine Sauce oder für ein Risotto verarbeitet werden. Die Pilze können zerhackt und für Pasteten oder Terrinen verwendet werden.

Morcheln haltbar machen:

Sie sind typische Dörrpilze, das heißt meistens werden sie zur Konservierung getrocknet. Viele Gourmets bestätigen, dass Morcheln erst nach dem Dörren ihr volles Aroma entfalten. Dazu können sie mit einem Dörrgerät getrocknet werden oder im Backrohr bei circa 50 Grad Celcius und das circa 5 Stunden lang. Nachdem sie komplett getrocknet wurden, kann man sie in luftdichten Glaseinmachgläser lagern; gut vor Feuchtigkeit geschützt sind sie somit mehrere Jahre haltbar.

(Faszination Morchel, praktischer Ratgeber für Pilz- und Naturfreundem, von Hein Gerber, Seite 13)

Das Österreichische Forstgesetz erlaubt eine Entnahme von 2 kg. Örtliche Sammelbestimmungen bitte beachten! (Diese Menge darf pro Person und Tag nicht überschritten werden.)

Quellen:
Faszination Morchel – Praktischer Ratgeber für Pilz- und Naturfreunde*

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